Kirche · UNESCO-Welterbe
Liebfrauenkirche
Innenstadt · Eintritt frei

Die Liebfrauenkirche entstand 1227-1260 nach franzoesischem Vorbild und gilt als eine der fruehesten gotischen Kirchen auf deutschem Boden. Zentralbau auf einem zwoelfblaettrigen Grundriss, gemeinsam mit dem Dom UNESCO-Welterbe.
Der ungewöhnliche Grundriss ist kein Zufall, sondern Programm. Die zwölf radial angeordneten Pfeiler bilden zusammen mit den Kapellenkränzen die Form einer zwölfblättrigen Rose, die als Sinnbild für Maria gelesen wird. Auf acht der Pfeiler sind im Inneren die Gestalten der Apostel gemalt, sodass der Bau die Idee der Kirche als von den Aposteln getragenes Gebäude unmittelbar sichtbar macht. Tritt man an die richtige Stelle im Mittelraum, ergänzen sich die acht sichtbaren Pfeilerbilder optisch zu einer geschlossenen Komposition.
Architektonisch markiert die Liebfrauenkirche den Moment, in dem die französische Hochgotik nach Deutschland kam. Spitzbogen, Kreuzrippengewölbe und schlanke, von hohen Fenstern durchbrochene Wände lösten hier erstmals auf deutschem Boden die wuchtige romanische Bauweise ab, wie sie der unmittelbar benachbarte Dom noch zeigt. Beide Kirchen stehen Wand an Wand und lassen sich bei einem Rundgang gut im Vergleich erleben, was den Stilwechsel vom romanischen zum gotischen Sakralbau anschaulich macht.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Liebfrauenkirche schwer beschädigt und nach 1945 wiederhergestellt. Heute dient sie als katholische Pfarrkirche und ist in der Regel tagsüber frei zugänglich; um den Gottesdienst herum kann die Besichtigung eingeschränkt sein. Da Dom und Liebfrauenkirche direkt nebeneinanderliegen, lohnt sich der Besuch beider Bauten in einem Gang, idealerweise ergänzt um einen Blick in den angrenzenden Domschatz.
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